| |
16
6. Nutzen einer virtuellen Face-to-Face-Kommunikation
durch neue digitale Medien
Es wurde verdeutlicht, unter was für Umständen eine Face-to-Face-
Kommunikation computervermittelt wirken kann und welche Medien dies
nutzen. Es wurde außerdem gezeigt, dass sich eigene Formen der
nonverbalen Kommunikation gebildet haben. Nun soll der daraus
entstehende Nutzen beleuchtet werden.
Der Versuch von Bente et al. hat gezeigt, dass es weniger auf die
naturgetreue Darstellung der Person, als auf die möglichst naturgetreue
Darstellung der Bewegungen ankommt. Die Mimik war, zumindest im
Drahtgittermodell, nicht zu übermittel und also auch nicht wahrzunehmen.
Trotzdem stimmten die Aussagen der Beobachter über den emotionalen
Zustand der beiden Gesprächspartner überein. Was für einen Nutzen
kann das für die Menschen haben? Eindeutig wird diese Frage wohl
wahrscheinlich nicht zu klären sein, da es zu viele unterschiedliche
Nutzertypen gibt. Ein durchschnittlicher, mittelalter E-Mail Schreiber, der in
Familie, Arbeit und Freizeit menschlich-sozialen Kontakt hat, wird
sicherlich gut auf nonverbale Kommunikation bei seiner E-Mail-
Kommunikation verzichten können. Die zu vermittelnden Informationen
sind nur mit Worten klar auszudrücken,
länger würde, als in einem Gespräch. Wem das zu umständlich ist, wird
zum Telefon greifen, oder den Anzusprechenden besuchen. Nonverbale
Kommunikation per E-Mail vermittelt, wird für diesen speziellen Nutzertyp
wahrscheinlich keine Bedeutung haben. Einige wichtige Dinge hat er
vielleicht sogar schon nonverbal mit Emoticons ausgedrückt, verdeutlicht
oder abgemildert und damit den schriftlichen Ausdruck verkürzt.
Beim Schreiben einer SMS verhält es sich genauso. Wer die SMS nutzt
um kurze Informationen auszutauschen und den sonstigen sozialen
Kontakt in realer Face-to-Face-Kommunikation absolviert, wird sicher auf
vermittelte nonverbale Signale verzichten können, bzw. wird mit der
reduzierten Version der Emoticons ausreichen deutlich kommunizieren
können.
Für wen die virtuelle Kommunikation jedoch den einzigen oder
hauptsächlichen Teil der gesamten Kommunikation ausmacht, der wird
vielleicht sozial verarmen, wenn seine Aufnahme auf die Schriftlichkeit
|  |
|
| |
|
|