| |
11
4. Vermutungen über den vermehrten Gebrauch neuer
digitaler Medien
Bei der Internetnutzung und Computernutzung allgemein, sind Frauen
noch deutlich unterrepräsentiert. Dafür gibt es unterschiedliche
Begründungen, die zum Beispiel besagen, dass die Computerkultur der
Kultur der Technik und der Maschinen zugeteilt wurde und dass diese
Kultur traditionell die Domäne der Männer war und auch immer noch
überwiegend ist17. Inzwischen gibt es allerdings eine langsame aber
kontinuierliche Erhöhung des Frauenanteils unter den Computernutzern.
Bei der Nutzung anderer neuer digitaler Medien, wie dem Handy zum
Beispiel, scheint die Geschlechterverteilung gleich zu sein. Die einfache
Bedienung des Handys und die dadurch mögliche schnelle und einfache
Kommunikation ist offensichtlich auch für Frauen ein großer Anreiz.
Das Durchschnittsalter der Mediennutzer scheint in diesem
Zusammenhang relativ aussagelos, interessanter ist die Beobachtung,
dass das Altersspektrum der Mediennutzer immer breiter wird, dass also
sowohl immer Jüngere als auch immer Ältere die neuen Medien nutzen.
Über die Art, Funktion und Häufigkeit des Gebrauchs gibt es
unterschiedliche Aussagen:
Pessimisten sehen speziell in der computervermittelten Kommunikation
ein Zeichen sozialer Verarmung. Sie sind der Meinung, Menschen, die
vermehrt per Computer kommunizieren, würden immer weniger den
Kontakt zu realen Personen und den Austausch realer Kommunikation
nutzen. Wie so häufig gibt es aber auch die optimistische Gegenmeinung,
die besagt, dass die computervermittelte Kommunikation zusätzlich zur
realen genutzt wird und damit nur positiv zu sehen ist, weil sie die
Persönlichkeit bereichert. Für viele ist es sicherlich ein sehr nützliches
Kommunikationsinstrument, vor allem, wenn sie zum Beispiel aufgrund
von Krankheiten, Behinderungen oder sonstigen Gründen das Haus nicht
verlassen können18. Ganz sicher gibt es aber auch computersüchtige
17
Vgl.: Steitz-Kallenbach (2001), S. 54f.
18
Es gibt zum Beispiel den Authisten Birger Sellin, der nur mit Hilfe seines Computers mit
der Außenwelt kommunizieren kann, weil ihm die reale Kommunikation aufgrund seiner
Krankheit nicht gelingt.
|  |
|
| |
|
|